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"Geschichte: 300"

Folgender Text war ursprünglich als Kommentar auf Nicos Verriss gedacht und hat sich während des Schreibens verselbständigt. Darauf bin ich gestossen, als ich Anjas ebenfalls vernichtende Kritik auf Medienrauschen las.

Deshalb hier nun meine Haltung zu 300 vor dem Film.

Hm, klar, muss man 300 nicht mögen, Gewaltverherrlichung, Konservativismus, simple Strukturen, usw. mag halt nicht jeder. Aber “Über” direkt in einen faschistoiden Kontext zu rücken, finde ich etwas gewagt (siehe).

Ich bin mal gespannt, denke, ich werde mir heute Abend den Film geben. Und ja, ich mag mitunter die o.g. Kritikpunkte. Auch gerne in Comic, Musik und Film. Ich mag ja auch die Cover von Naked City und Painkiller, die kaum passender zur Musik hätten gestaltet sein können.

Und noch was: Als Miller den Comic schuf, war die derzeitige politische Situation nicht absehbar, deshalb ist es schon äußerst kühn, Bezüge zu Jetzt und Heute herzustellen. Tolkien hat sich auch immer gegen die vermutete Allegorie vom Herrn der Ringe zum 2. Weltkrieg gewehrt. Manchmal ist und bleibt eine Rose eine Rose und ein Film ein Film.

Lustig finde ich nur, dass selbst der Iran Protest einlegt und dass es tatsächlich Leute gibt, die sich darüber beschweren, dass Krieg zu brutal dargestellt sei.

Mehr dazu danach.

8 Comments

  1. djmq sagt:

    Ich weiss ja, dass ich ein alter Ignorant bin. Aber ich finde es schon auffällig, Borderline anstrengend, wie omnipräsent dieser Film in Blogistan ist, wenn ich morgens meine Feeds lese. Dito für Zeitungen. Krieg ist Krieg, Film ist Film, Graphic Novel ist Comic und Schnaps ist Schnaps. Können ruhig alle mal den Pranger beiseite räumen.

  2. kleinski sagt:

    Jepp, Pranger saugt. Pc-ism auch. “Vorsicht, Spaß!”, “Achtung, schwarzer Humor!”, etc. brauche ich nicht wirklich. Keine PMRC hier in Europa, der ganz normale Normierungsdrang aus Brüssel nervt eh schon.

  3. nico sagt:

    das über war mir nur ein kleiner dorn im auge. nichts großes, eher das puzzleteil, dass das bild vervollständigt.

    der passende wikipedia eintrag sagt dazu:

    “Von zahlreichen Nationalsozialisten wurde Nietzsches Übermenschen-Konzeption im Sinne des nationalsozialistischen Gesellschaftsmodells instrumentalisiert und mit der „Herrenmenschen-Ideologie“ des Nationalsozialismus gleichgesetzt, …”

  4. kleinski sagt:

    ich ergänze das mal: “… obwohl Nietzsche vordergründig nicht eine Überlegenheit der Rasse, sondern des Geistes propagiert hat – …”

    und schon haben wir zwei sehr schöne Beispiele für aus dem Zusammenhang gerissene Zitate .-)

    ich kenne die Comics und ihre Bild- und in den Geschichten verankerte Gewalt von Miller recht gut und mag sie gerne, was allerdings auf keinsten Fall bedeutet, dass ich wirkliche Gewalt in irgendeiner Form gut fände.

    mich würde mal interessieren, was Du von Sin City hältst .-)

  5. nico sagt:

    es ist mir in dem fall doch egal was nietzsche meinte, es geht mir darum, dass die rassenlehre der nazis grundlegend auf die übermenschtheorien aufbaut. ich würde mich danach also hüten etwas als “über” zu bezeichnen. amerikaner sind da weniger sensibel, wie gesagt. und das ist ja auch kein hauptkritikpunkt.

    sin city. die comics sind okay. die geschichten erzählen sich irgendwo hin. meist ists langweilig. grafisch find ich sie wie die meisten miller-sachen auch nicht besonders gut.
    der film ist hingegen ziemlich gut geworden. kann allerdings über die schwache handlung auch nur mit viel erzählung hinwegtäuschen.

  6. kleinski sagt:

    Hm, ok. ich glaube, wir kommen hier nicht wirklich zusammen. Ich habe gestern den Film gesehen und fand ihn O.K., also nicht so gut wie Sin City, aber immerhin noch stark dem Comic getreu ohne allzu viel Schnick-Schnack.

    Ich muss Dir aber auch recht geben, dass der Film heroisierend rüber kommt, allerdings, dadurch, dass ich Millers Comics bereits vor Jahren las, kann ich für mich selber nicht ausblenden, dass Miller oft stolze, und in ihrem Wahn auf ein Ziel konzentrierte, “Helden” schafft, denen das Wort Kollateralschaden nicht geläufig sein dürfte, wie auch Batman in The Dark Knight returns. Wer diese “Helden” allzu ernst nimmt, ohne tiefere Reflektion, dem weiß ich auch nicht zu helfen. Aber: Es wäre schon traurig, wenn man für Kinobesuche und Comiclektüre eine Anleitung braucht. Den Job sollten imho die jeweiligen Erziehungsberechtigten schon lange davor erledigt haben.

    Ach ja, noch was zu den Sin City-Geschichten: Die mag ich auch. Gerade und oft ob ihrer Einfachheit im Gut-Böse-Gefälle. Dass das Leben so nicht funktioniert ist mir aber auch klar, ich gehe ja auch nicht davon aus, dass “vernünftige” Gangster sich z.B. Mr. Pink nennen .-)

    Der kleinski, dem der Film Spaß gemacht hat.

  7. [...] das erste Mal die Boule-Kugeln ausgepackt und im Blücher Park gezockt. Abends dann endlich 300 gesehen. Mir hat der Film gefallen, imposante Bilder und die oberflächlich betrachtet einfache [...]

  8. [...] die Diskussion geht in die nächste [...]

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