So wie ihr Erfinder, Joseph Weizenbaum.
Es mag ein wenig nerdig daher kommen, wenn ein ausgewachsener IP-Vollhonk einen der Computerkritiker schlechthin gerne hoch leben lassen würde, aber das wäre in diesem Kontext ohnehin verfehlt.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich zu C64-Zeiten den Basic-Quellcode für eine Eliza-Version aus der 64er abtippte, es mag auch die Happy Computer – ja, liebe später auf den Bytetrichter gekommenen, es gab damals Computerfachzeitschriften, die sich für solch einen Namen nicht zu peinlich waren – gewesen sein, das täte aber auch nichts zur Sache.
Nun, da sitzt man dann ‘ne geschlagene Stunde vor dem grau.braun.beigen Brotkasten, ein Auge auf den als Monitor herhaltenden Fernsehapparat, eins auf den Quelltext und eins auf der Tastatur (das 10-Fingersystem war mir in meiner vor-pubertären Phase ein Greuel, heute funktionieren immerhin 7-9) und müht sich, alles in den gerade noch 38911 Bytes freien Speicher zu hacken, um sich dann von einer mal wirklich virtuellen Dummbratze, die ständig alles wiederholt, was man so “sagt”, psychisch fertig machen zu lassen.
Das war Eliza für mich.
Josephs Weizenbaums Erfindung und Katharsis, was seine zukünftige Perspektive auf die technische Entwicklung und den Umgang der Menschen mit den Rechnern betraf, denn durch dieses einfache Programm wurde klar, wie blind so mancher Nutzer wird, sobald ihm eine “technische Autorität” vorgesetzt wird.
Ich vermute, dass dieser Film noch mehr interessantes über den Querdenker enthält, auf jeden Fall ist Joseph Weizenbaum einer der Menschen, die in ihrer Geradlinigkeit so konsequent sind, dass sie überall anecken und Kanten sammeln.
Es gibt leider immer weniger Pioniere, nicht nur in der IT, wenige Menschen hatten das Glück, Meilensteine setzen zu können, die Verkaufsheinis von heute oder die Menschen, die zum Beispiel die IBM-Spots entworfen haben, sind so weit weg von alle dem. Oberflächlich und immer den Weg des geringsten Widerstandes, am liebsten braunnasig durch den Hintereingang.
Da tut es umso mehr weh, wenn ein kritischer Geist das Gebäude verlässt.
Wen es nun interessiert, hier sind zwei wohlwollende Artikel aus dem Heise-Ticker:
• Schwarzweiß hat viele Farben: Joe Weizenbaum zum 85. Geburtstag
• Der letzte Service: zum Tode von Joseph Weizenbaum
Und der obligatorische Wikipedia-Eintrag.